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Fachlicher Hintergrund

Zu den Auswirkungen des demografischen Wandels sind bereits eine Reihe von - größtenteils wissenschaftlichen - Projekten durchgeführt worden.

Im Rahmen der „Initiative Neue Qualität der Arbeit“ (INQA) wurden zum Thema verschiedene Bereiche bearbeitet, die neben der Sensibilisierung auch Handlungsfelder untersuchen, Modellvorhaben darstellen oder die Einrichtung regionaler Beratungsnetzwerke beinhalten.

Die Vorhaben mit Branchenschwerpunkt konzentrieren sich zumeist auf Industrie oder Dienstleistungen. Ergebnisse dieser Untersuchungen belegen, dass  Personalabteilungen von großen Unternehmen die Herausforderungen des demografischen Wandels bewusst sind und erste Maßnahmen zur Umsetzung kommen. Bei kleinen und mittleren Unternehmen hingegen ist nicht vorauszusetzen, dass diesen Unternehmen strategische Konzepte zur Gestaltung von Erwerbsbiografien vorliegen, auch wenn ihnen die Problematik bekannt ist.

Besondere Herausforderungen der Bauwirtschaft

Gerade die Baubranche mit ihrer kleinbetrieblichen Struktur und der hohen Bedeutung von Fachkräften wird durch den zu erwartenden  Fachkräftemangel vor besondere Herausforderungen gestellt.

  • Fachkräfte sind das Rückgrat der Bauwirtschaft. Eine hohe Ausbildungsquote sichert bisher eine ausreichende Zahl an Facharbeitern am Bau.
  • Ein ausreichendes Fachkräftereservoir war und ist Ziel der Arbeitsmarkt- und Sozialpolitik von Arbeitgeberverbänden und Gewerkschaft der Bauwirtschaft.
  • Die Ausbildungsumlage – ein Symbol der sozialpartnerschaftlichen Gestaltung – wird von allen Bauverbänden für eine zwingende Voraussetzung zur Sicherung des Fachkräftebedarfs betrachtet.
  • Bildung ist ein Schlüssel für Qualität, Innovation, Beschäftigungsfähigkeit und Wettbewerbsfähigkeit
     

Im Wettbewerb um qualifizierte Mitarbeiter hat die Bauwirtschaft trotz ihrer hohen volkswirtschaftlichen Bedeutung viele Nachteile. Allein wegen des massiven Abbaus der Kapazitäten seit Mitte der 1990er Jahre gilt die Branche nicht als attraktiver Arbeitgeber. Dazu kommen eine vergleichsweise niedrige Vergütung und ungünstige Arbeitsbedingungen.

Besondere berufliche Belastungen

Gerade die Tätigkeit der gewerblich Beschäftigten im Bauhauptgewerbe ist durch ein hohes Maß an körperlicher Arbeit unter wechselnden Witterungsbedingungen und auf ständig wechselnden Baustellen (Einsatzwechseltätigkeit) gekennzeichnet. Komplexe und vielfältige Arbeitsaufgaben sind oft unter hohem Zeitdruck zu bewältigen. Die gesundheitlichen Belastungen sind überdurchschnittlich hoch und betriebliche Maßnahmen zur Prävention noch weniger stark ausgeprägt als in anderen Wirtschaftszweigen.1

Begrenzte Tätigkeitsdauer

Gut ausgebildete Fachkräfte verlassen deshalb regelmäßig die Baubranche. Bis zu zwei Drittel der ausgebildeten Baufachkräfte wechselt in den ersten zehn Jahren nach Beendigung der Ausbildung die Branche. Eine hohe Anzahl gewerblicher Mitarbeiter scheidet lange vor dem Erreichen des regulären Renteneintrittsalters aus, spätestens mit 60 und oft mit dauerhaften gesundheitlichen Schäden. Der Anteil der Erwerbsminderungsrenten an allen Renten ist bei Angehörigen der Bauberufe daher besonders hoch.

Mangel an qualifiziertem Nachwuchs

Auf der anderen Seite mangelt es an qualifiziertem Nachwuchs. Zwar steigt die Ausbildungsbereitschaft der Unternehmen aktuell wieder leicht an, sie ist aber immer noch zu niedrig, um den Bedarf zu decken. Zusätzlich sinkt die Zahl der Schulabgänger mit Haupt- und Realschulabschluss, aus der die Bauwirtschaft einen Großteil ihrer Auszubildenden rekrutiert.

Neue Konzepte und Modelle sind nötig

Die besonderen beruflichen Belastungen bedingen offensichtlich, dass Bauberufe zum Teil Berufe mit begrenzter Tätigkeitsdauer sind und auch bleiben werden. Die Auswirkungen des demografischen Wandels nicht zuletzt auch auf die Tragfähigkeit der sozialen Sicherungssysteme machen es notwendig, Konzepte und Modelle zu entwickeln, um für die gut ausgebildeten Mitarbeiter der Baubranche eine attraktive Beschäftigung in der Wertschöpfungskette Bauen bis zum regulären Renteneintrittsalter zu ermöglichen.

 


Vgl. u.a. Trischler, Falko, Kistler, Ernst: Alters- und alternsgerechtes Arbeiten am Bau – Defizite und Ansatzpunkte, Ergänzendes Expertengutachten zu Machbarkeitsstudie „Demografischer Wandel – Konzepte

Veranstaltung

Am 29.09.2014 findet die Veranstaltung "Altern in der Erwerbsarbeit - Perspektiven der Laufbahngestaltung" auf dem Campus der Universität Vechta statt.
Hier erfahren Sie mehr.

Berichte

  • Abschlussbericht: "Gestaltung inner- und überbetrieblicher Erwerbsverläufe in der mittelständischen Bauwirtschaft " Juli 2013
  • Handlungshilfe: Möglichkeiten für den Tätigkeitswechsel von Fachkräften innerhalb der Wertschöpfungskette Bau

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